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2019-09-15 06:06:37

Der britische Regierungschef Boris Johnson hat einen weiteren Abgeordneten verloren: Der Abgeordnete Sam Gyimah verließ im Streit um den Brexit am Samstag Johnsons regierende Tories. Der ehemalige für die Universitäten des Landes zuständige Staatssekretär schloss sich den oppositionellen Liberaldemokraten an, die gegen den EU-Austritt Großbritanniens sind

Gyimah war im Streit um den Brexit im vergangenen Jahr bereits als Staatssekretär unter der damaligen Regierungschefin Theresa May zurückgetreten, blieb aber Abgeordneter der Konservativen – bis Samstag. „Ich möchte meinem Land dienen“, erklärte der 43-Jährige am Samstagabend anlässlich einer Konferenz der Oppositionspartei im südenglischen Bournemouth. Gyimah ist ein Befürworter eines zweiten Brexit-Referendums.

Gyimah galt eine zeitlang als „aufstrebender Stern“ bei den Tories. Er hatte nach dem Rücktritt von May im Juni kurzzeitig auch seine Kandidatur für den Parteivorsitz gegen Johnson erklärt, zog aber vor Ende der Bewerbungsfrist zurück. Er galt von vornherein als chancenlos – Johnson machte mit großem Abstand das Rennen.

Allein in diesem Jahr schon sechs Überläufer

Vor eineinhalb Wochen war bereits der konservative Abgeordnete Phillip Lee aus der Partei aus- und bei den Liberaldemokraten eingetreten. Er stand pünktlich zum Auftakt des Brexit-Showdowns im Parlament auf und wechselte demonstrativ von der Regierungs- auf die Oppositionsbank.

In diesem Jahr sind schon sechs Abgeordnete zu den Liberaldemokraten gewechselt. Sie haben nun 18 Parlamentarier im Unterhaus. Gyimah gehört zu den 21 Tory-Rebellen, die von Premier Boris Johnson geschasst worden sind. In einem Interview mit dem „Observer“ sagte Gymiah, dass er sich wie ein Außenseiter bei den Konservativen gefühlt habe. „Aber das ist der Brexit. Er trennt Familien. Das Land ist geteilt.“


faz.net Frankfurter Allgemeine Zeitung Gmbh
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