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2019-09-15 04:28:53

Männer verteilen Wahlurnen und Wahlmaterial in Tunis.

Foto: dpa

Tunis. In Tunesien wird heute ein neuer Präsident gewählt. 26 Kandidaten stehen für die Nachfolge des im Juli gestorbenen Staatschefs Beji Caid Essebsi zur Wahl.

Es ist erst das zweite Mal nach dem sogenannten Arabischen Frühling von 2011, dass die Tunesier in freier Wahl ihr Staatsoberhaupt bestimmen können. Beobachter bezeichnen den Ausgang der Wahl als vollkommen offen.

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Zu den Favoriten zählen unter anderem der amtierende Regierungschef Youssef Chahed, der bisherige Verteidigungsminister Abdelkarim Zbidi und der Kandidat der moderat-islamischen Ennahda, Abdelfattah Mourou. Die Partei war unter dem langjährigen Autokraten Zine el Abidine Ben Ali verboten und wurde erst wieder nach dessen Flucht 2011 zugelassen. Sie stellt zum ersten Mal einen eigenen Kandidaten zur Wahl.

Überschattet wird der Urnengang von der Verhaftung des ebenfalls favorisierten Kandidaten Nabil Karoui: Der Medienunternehmer war vor drei Wochen kurz vor Beginn des offiziellen Wahlkampfes verhaftet worden. Die tunesische Justiz wirft ihm Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor. Es wird erwartet, dass keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht und es zu einer Stichwahl kommt.

Rund sieben Millionen Tunesier sind für die Wahl registriert. Das kleine nordafrikanische Land gilt als Ursprung der arabischen Aufstände von 2011 und hat nach dem Sturz von Machthaber Ben Ali weitreichende demokratische Reformen eingeleitet. Allerdings kämpft das Land mit großen wirtschaftlichen Problemen.


abendblatt.de dpa
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